Home, sweet home!

06April2014

Die Reise war lang, die letzten Tage war ich sehr einsam, die wenigen Stunden bis ich wieder auf deutschen Boden landete, kann ich nicht gerade als angenehm beschreiben. Vielleicht genau deswegen - oder weil ich einfach alle so vermisst habe - habe ich mich sehr gefreut wieder zu Hause zu sein. Mit mehr als 14 Stunden Verspätung habe ich es letztendlich doch noch nach Frankfurt geschafft. Meine Eltern und Marie haben schon sehnsüchtig auf mich gewartet. Mit einem Begrüßungsschild, Luftballons und Tränen in den Augen haben sie mich in Empfang genommen. Es war so ein tolles Gefühl die wichtigen Menschen wieder in den Arm nehmen zu können. Die erste Freude wurde nur leider etwas betrübt, als meine Mum meinte: "Und ich soll dich noch ein zweites Mal in den Arm nehmen!" Mir war nicht ganz klar warum, also führte sie fort: "Liebe Grüße von Emmi. Sie stand gestern hier und wollte dich auch begrüßen." Oh nein, da hatte meine Süße den langen Weg auf sich genommen und ich bin gar nicht mit dem Flieger angekommen.  Dabei hatten wir noch geschrieben und ich meinte, das mein Flug Verspätung hat. Aber sie hat wohl gehofft, dass ich meinen Anschluss noch pünktlich schaffe.

Etwas geknickt und mit einem total schuldigen Gefühl erwartete mich zu Hause dann eine Überraschung nach der anderen. Schon an meiner Wohnungstür hing ein "Herzlich Willkommen"-Schild von meinen Nachbarn und drinnen ging es gleich weiter. Blumen auf dem Fußboden führten mich ins Wohnzimmer. Ich fand noch mehr Schilder  von meiner Schwester, meiner Kollegin Steffi und von Anki, die mich willkommen heißen sollten. Ich war so gerührt! Niemals hätte ich gedacht, dass mir so ein Empfang geboten wird. Es ist einfach nur unbeschreiblich schön, nach Hause zu kommen und festzustellen, dass man von so vielen Menschen vermisst wurde!

  

Auch am nächsten Tag auf Arbeit hörten die Überraschungen nicht auf. Schon im Eingangsbereich hing ein großes Schild mit "Welcome back Anne "The Dolphin" Hentrich"! Als ich rein kam bin ich auch gleich von allen mit einem breiten Grinsen im Gesicht umarmt wurden. Hier dachte ich schon: WOW, sie haben dran gedacht. Als ich dann aber zu meinem Arbietsplatz kam, musste ich feststellen, dass sich meine lieben Kollegen noch mehr ausgedacht hatten. Alles war verklebt, zugehangen, unzugänglich gemacht. Ich brauchte fast eine Stunde, um endlich meine Mails abrufen zu können. Erst musste ich meinen Stuhl von dem Absperrband und der Knisterfolie befreien. Dann mussten alle Post-its vom Monitor entfernt werden. Anschließend hatte ich genügend Klopapier für die nächsten Tage von meiner Tastatur und meinem Laptop abgewickelt. Zu meiner freudigen Überraschung durfte ich dann noch den Akku und diverse Kabel meines Laptops suchen. Als dann endlich mein PC lief, schrie mich ein "Back to work"-Bildschirmhintergrund an. Hey aber das war noch nicht alles: das LAN-Kabel war aus der Buchse gezogen, mein Bewegungstaster der Maus war zugeklebt und mein Telefonhörer war nicht mehr von der Station zu kriegen. Da haben sie sich echt was einfallen lassen!!!

  

Wenn ich jetzt auf die letzten paar Tage in Deutschland zurück blicke, dann kann ich wirklich voller Stolz sagen, tolle Menschen in meinem Leben zu haben, die es nicht wert sind zu verlassen. Ich habe alles was man im Leben braucht, um glücklich zu sein. Ich werde Australien und alle Erlebnisse der letzten Wochen ganz tief in meinem Herzen tragen. Und eines Tages werde ich ganz bestimmt wieder nach Down Under fliegen und meine Reise fort führen! <3

 

Ungeplanter Stopover in Dubai

30März2014

Am Flughafen in Dubai angekommen, wussten wir leider noch immer nicht, wie es weiter geht. Wir sollten beim „Connecting Helpdesk“ nachfragen, welche Maschine für uns noch Platz hat. Der letzte Flieger für diesen Tag ging nach München und war komplett ausgebucht. Aber sie hatten einige Sitzplätze im 4 Uhr-Morgens-Flieger nach Frankfurt. 12 Stunden musste ich also rum bekommen, bis es endlich weiter ging. Ich bekam einen neuen Bording Pass und einen Voucher für das nahe gelegene Hotel. Die Frage war nur, was mit all unserem Gepäck passiert. Netter Weise gaben sie uns die Möglichkeit unser Gepäck zum Hotel schicken zu lassen. Leider mussten wir uns später aber vom Hotelpersonal sagen lassen, dass es mindestens 6-8 Stunden dauert, bis wir dieses bekommen. Da bis zum letztendlichen Einchecken im Hotel noch einmal 2 Stunden vergingen – auf den Shuttel warten und dann noch an einer riesen Schlage im Hotel anstehen – riet man uns eher davon ab. So war ich jetzt also in Dubai für eine Nacht, naja oder eher ein paar Stunden, nur mit den Sachen, die ich am Körper hatte oder bei mir trug. Ich war zwar total fertig und mein Kreislauf ging auf und ab, aber ich wollte mir nicht die Gelegenheit nehmen lassen, an einer zweistündigen Rundfahrt in Dubai teilzunehmen. Also schnell was gegessen, geduscht und einen Power Nap gehabt. Und schon war ich wieder (wie üblich!) fit, um den Burj Khalifa (mit 828 Meter der welthöchste Tower), das weltweit teuerste Hotel Atlantis (günstigstes Zimmer pro Nacht 500USD) und das Wahrzeichen von Dubai Burj Al Arab auf der Palmeninsel sehen zu können.

     

Nach insgesamt 3 Stunden Schlaf musste ich mich dann noch mit der Polizei auseinander setzten, bevor endlich der letzte Flieger für mich auf dieser taffen Reise startete. Nur zur Info, es lohnt sich nicht Duty Free Getränke aus dem vorherigen Flughafen zum aktuellen Flughafen mitzunehmen. Und es spielt auch keine Rolle wenn du erklärst, dass du keine Chance hattest die Flasche in deinem Gepäck zu verstauen, da dieses ja die ganze Zeit am Flughafen geblieben ist. Und die noch originale Einschweißfolie hilft da auch nichts. Gesetz ist eben in Dubai Gesetz...

Das Abenteuer nimmt sein Ende

28März2014

Der letzte Tag in Sydney sollte natürlich auch keine Hoffnung auf Sonne bringen. Also wurde es ein weiterer Museumstag. Mit der kostenlosen Buslinie 555 (das sollte es in jeder Metropole geben!), konnte ich direkt von der Pitt Street bis zum Circular Quay fahren. So brauchte ich nur ein paar Meter bis zum Opera House zu laufen. Es war wunderschön warm und man hat der Stadt anmerken können, dass Freitag ist. Die Straßen waren voller Touristen und immer wieder hörte ich darunter auch mal deutsche Stimmen. So kann ich mich jetzt schon langsam daran gewöhnen bald wieder Deutsche um mich herum zu haben. Doch heute wollte ich ein letztes Mal unter den Aussies und anderen Native Speakern bleiben und habe die englischsprachige Tour durch das Opera House gewählt. Beim Durchlaufen der Gänge und Gebäude war ich über eines sehr überrascht. Und zwar, dass es zwei verschiedene Säle für die jeweiligen Veranstaltungen gab. Zum einen den recht kleinen und besonders architektonisch aufgebauten Saal nur für Opern. Die Akustik hier drin soll phänomenal sein. Und einen zweiten Saal, der um einiges größer und eher für Konzerte und andere Aufführungen gedacht ist. Die Sitzplätze hier kosten auch nur noch um die 100 AUD (anstatt 300AUD!). Die Führung informierte über die eigentliche Idee ein solches Gebäude in Sydney haben zu wollen, bis zur Entstehung der Oper. Der erstaunlichste Fakt ist, dass eigentlich nur 6 Jahre und 3,5 Mio. Englische Pfund geplant waren. Das Errichten hat aber solche Schwierigkeiten bereitet, dass es dann 100 Mio. Englische Pfund gekostet hat und insgesamt 14 Jahre dauerte!

   

Bis zum Nachmittag bin ich dann in einem weiteren Museum, dem Hyde Park Barracks Museum gewesen und habe noch ein paar Souvenirs bei Paddys Market ergattern können. Meine Stimmung wurde langsam von dem Gedanken betrübt, dass ich schon bald die Stadt und natürlich auch das Land verlassen muss – dass die Reise meines Lebens nach 8 wundervollen Wochen vorbei ist. Da mein Flieger am Samstagmorgen schon um 6 Uhr ging und geraten wird mind. 3 Stunden vor so einem langen internationalen Flug am Flughafen zu sein, habe ich entschlossen die letzte Nacht wirklich nochmal zum Abenteuer zu machen. Ich hatte schon morgens im „Wake-up!“ ausgecheckt und habe wie ein Obdachloser auf dem Flughafen geschlafen. Von Mitternacht bis morgens um 3 Uhr war das Gebäude zum größten Teil geschlossen. Daher habe ich mir die Eingangshalle und die leider wenig vorhandenen Stühle mit vielen anderen Reisenden geteilt. Ich war froh einen wirklich gemütlichen und ruhigen Platz gefunden zu haben, da viele andere auf dem Fussboden schlafen mussten. Mein Plüsch-Wombat war mein Kopfkissen, mein Rucksack mein Fusshocker und die beim ersten Flug von den Emirates "geborgte" Decke hat mir wie schon auf meiner gesamten Reise ehrenhafte Dienste erwiesen. Wäre mein Aussie Kumpel John hier gewesen, dann hätte er sich wieder lustig darüber gemacht! „Thanks Emirates for that usefull towel/cover!“ Oh man, schon jetzt fange ich an, auf die kleinen und schönen Momente zurück zublicken und dabei ein Lächeln auf den Lippen zu haben.

 

Nachdem ich die Nacht mit etwas Schlaf und Grey’s Anatomy schauen überstanden hatte, musste ich leider beim Check-in feststellen, dass mein Flug fast 2 Stunden Verspätung hatte. Wie sich später bestätigte, konnte mein Flieger die Zeit bis zum Anschlussflug nicht mehr aufholen…

Känguru Burger - yam yam!

27März2014

Leicht geplättet von der gestrigen Party-Nacht sind wir trotzdem pünktlich um 9 aufgestanden. Zwar war es nach so wenig Schlaf etwas schwierig. Aber wer feiern kann, der kann auch früh aufstehen! Meine Mitbewohnerin Kirsten aus Schottland und ich haben wegen dem Regenwetter für heute einen Plan B geschmiedet. Erst mal Museum am Vormittag und dann könnte es ja vielleicht doch aufhören zu schütten. Und Tada, „Fingers crossing“ hat geholfen und wir konnten den restlichen Tag ohne Regen genießen. Vom Jewish Museum sind wir zum „Sydney Eye Tower“ gelaufen und haben uns einen Überblick über die von oben doch klein wirkende Stadt verschafft. Die zentrale Lage des 309 Meter hohen Turms ist ideal, um komplett einmal ringsherum schauen zu können.

 

Weiter über den schönen Botanischen Garten sind wir zum Mrs. Macquaries Point gelaufen, wo man laut Reiseführer den besten Blick auf die Brücke und die Oper haben soll. Und es war wirklich traumhaft! Die Umgebung war so schön grün und ruhig. Und dann hatte man diese tolle Kulisse vor sich.

Entlang des Wassers sind wir dann auf die andere Seite des Hafens gelaufen. Hier ist „The Rocks“, die älteste Siedlung Sydneys gelegen. Die Häuser, die kleinen Gassen und das Kopfsteinpflaster versetzten uns zurück in diese Zeit. Eine 1,5 stündige Führung hat uns außerdem die kuriosesten Geschichten aus der Siedlerzeit erzählt.

Nach nun fast 8 Stunden zu Fuß waren wir ziemlich hungrig und haben uns für unseren letzten Abend in Sydney etwas besonderes gegönnt. Der älteste Pub hier hatte viele typisch australische Gerichte auf seiner Speisekarte. Und da mir auf meiner Reise schon viele Leute von dem köstlichen Geschmack von Kängurufleisch erzählt haben, wollte ich es probieren, bevor ich wieder zurück nach Deutschland musste. Für mich gab es diesen Abend einen „Kanguru Jack Burger“. Es war wirklich köstlich!!! Und ja ich weiß, genau das süße Tierchen was ich noch vor ein paar Wochen gestreichelt und gefüttert habe, könnte nun geschlachtet vor mir liegen. Aber hey, kleine Kälber sind auch niedlich und wir essen sie trotzdem. Und ja, in Deutschland werde ich es wieder essen. Ich weiß auch schon genau wo ich das bekomme!!!  Für die, die es interessiert, wie das Fleisch schmeckt: eigentlich ist es wie Rindfleisch, nur noch viel leckerer.

  

Mit vollem Bauch und müden Füßen machten wir uns auf den Heimweg. Am Circular Quay konnten wir dann ein letztes Mal den tollen Ausblick auf das Opernhaus bei Nacht erhaschen. Und auf einmal sah das doch recht graue Kunstwerk schon gar nicht mehr so trist aus!

Spaziergang zu zweit

26März2014

Mein lieb gewonnener Blitz musste heute leider nach 2132km wieder zu seinem rechtmäßigen Besitzer zurück. Also hieß es für mich früh aufstehen und den Weg durch den morgendlichen Trubel finden. Das war mit Navigationssystem auch gar nicht so schwer. „After 300 meters turn left, than you will arrive at your destination!“ Wie ich feststellen durfte, war der halbe Weg vom Hostel bis zum Opera House somit auch schon geschafft. Also dachte ich mir, warum die komplette Strecke nochmal laufen wenn ich schon einmal hier bin. Normaler Weise braucht man vom Süden in den Norden mindestens 30 Minuten – immer Berg auf, Berg ab.

Als ich im Hyde Park angekommen war und in der Mary’s Church saß, hatte ich mit meiner lieben Emmi angefangen zu schreiben. Wir haben den ganzen Weg bis zum Opernhaus nicht aufgehört. Immer wieder habe ich beschrieben, was ich auf meinem Weg sehe und einige Fotos geschickt. Es war wirklich, als wäre ich mit ihr da gewesen. Man sollte es immer so machen! Gerade wenn man die ganze Zeit alleine reist, dann möchte man den liebsten Menschen mitteilen, wo man ist und was man entdeckt hat. Ansonsten kommt man zu dem langersehnten Ort, steht davor, macht ein paar Bilder und ist vielleicht deprimiert, dass man doch nur wieder allein hier ist… Eine tolle neue Erfahrung und ich danke meiner Emmi dafür! *Emmi du hast mir das Gefühl gegeben nicht allein zu sein!!!* So stand ich mit ihr also vor dem Opernhaus und der „Harbour Bridge“, mit der Skyline im Rücken. Wir haben uns gefragt, woher der Architekt seine Inspiration für DAS Monument Sydneys genommen hat. Man könnte eigentlich meinen, es soll ein Schiff mit seinen Segeln darstellen. Aber nein, es soll tatsächlich eine Apfelsine sein. Um genauer zu sein die Segmente die vorsichtig getrennt werden. Welch bizarre Idee!

Emmi musste irgendwann auch mal ins Bett (10 Stunden Zeitverschiebung!), also bin ich alleine weiter durch die Stadt geschlendert und habe zum Beispiel die typischen viktorianischen Einkaufspassagen wie das "Queen Virctoria Building" und "The Strand" gesehen.

 

Irgendwann wurde es draußen richtig ungemütlich. Es war zwar schön warm und ich konnte endlich wieder Shorts tragen, aber ich wollte eben auch nicht nass werden. Es fing an aus Eimern zu gießen. Also habe ich die restliche Zeit im Sealife und bei Madame Tussaud’s verbracht. Hier ein paar ausgewählte Bilder, denn viel brauche ich dazu ja nicht zu schreiben. Außer, dass ich nun auch einen Platypus - ein weiteres typisch australisches Tier gesehen habe.

  

  

 

Blue Mountains wie habe ich mich auf euch gefreut… Part 2

25März2014

Und das Glück kam wieder zu mir zurück. Ich war zwar immer noch frustriert, als ich am frühen Morgen aus dem Fenster schaute und den Nebel sah. Meine Entscheidung, keine weitere Nacht zu bleiben, war fix. Auch als sich überraschender Weise der Nebel aus dem Staub machte und wir etwas mehr sehen konnten. Der Tag schien so glorreich zu werden! Und in der Tat, wir haben den restlichen Tag in den Blue Mountains bei schönstem Wetter verbringen können, bevor es für mich auf die Weiterreise nach Sydney ging. Wir konnten endlich die „Three Sisters“ sehen, sind den „Giant Stairway“ bis zu den Schwestern gelaufen, sind zu den verschiedenen Lookouts gefahren und entlang der „Wentworth Falls“ gewandert. Es war sooo schön. Jetzt konnte man auch endlich sehen, woher die Blue Mountains überhaupt ihren Namen haben: Die Eukalyptusbäume verdunsten ein ätherisches Öl, deren feiner Nebel bei Tageslicht einen blauen Schimmer hinterlässt. Laut meiner Bilder hatte ich wohl die besten Voraussetzungen! 

  

Am Nachmittag bin ich endlich nach Sydney gefahren. Von der ersten Sekunde als ich in die Stadt kam, wusste ich, dass dies meine Stadt ist. Die Ausstrahlung der Stadt, der Trubel, das Wetter… Ich kann es schwer beschreiben, aber ich bin angekommen und habe mich irgendwie wohl, fast wie zu Hause gefühlt! Ich freue mich jetzt schon, die letzten Tage meiner Reise hier verbringen zu können. Bekanntlichermaßen: DAS BESTE ZUM SCHLUSS!

 

 

 

Blue Mountains wie habe ich mich auf euch gefreut… Part 1

24März2014

Nur irgendwie ist das Glück heute nicht auf meiner Seite! Ich bin gerade vom Visitor Center in Glenbrook zu den Red Hand Caves unterwegs gewesen, als die schon grauen Wolken noch dunkler wurden. Es hat angefangen wie aus Eimern zu schütten und ich habe entschieden erstmal zum Hostel nach Katoomba zu fahren und abzuwarten. Währenddessen habe ich Leonie kennengelernt und mit ihr ausgemacht zum Echo Point zu fahren, sobald es aufhört zu regnen. Irgendwann am Nachmittag durften wir uns den Weg wagen. Beim Lookout angekommen, mussten wir aber leider feststellen, dass man gar nichts sehen kann.

 

Ich war enttäuscht und noch um einiges mehr, nachdem ich den Wetterbericht für die folgenden Tage gecheckt hatte. Bis Samstag soll keine Sonne zu sehen sein! Es wird zwar nicht dauernd regnen, aber leider braucht der Wald eine ganze Weile bis er den Nebel abgebaut hat… Keine Chance auf den tollen Ausblick auf die „Three Sisters“, keine Chance die verschiedenen Wasserfälle hier in der Gegend zu sehen oder geschweige dem auch nur daran zu denken, die Fahrt in einer Gondel genießen zu können. Und dabei wollte ich hier zwei wunderschöne Tage verbringen. Stattdessen habe ich den ganzen Tag im Hostel gehockt und darüber nachgedacht früher nach Sydney zu gehen. Was bleibt mir anderes übrig?! Ich möchte von meinen letzten Tagen hier in Australien nicht einen einzigen mehr vergeuden. Erst recht nicht hier in diesem Hostel. Es ist zwar ganz süß, mit Malerei überall und einem schönen Wohnzimmer mit Kamin. Aber die Leute hier sind mir teilweise zu alternativ. Das Zimmer riecht sehr modrig und zwei Toiletten für das ganze Hostel sind einfach zu wenig. Oh man, Enttäuschung pur!!!   

ACT - Canberra

23März2014

Über Canberra gibt es gar nicht so viel zu berichten. Es ist zwar die Hauptstadt von Australien, aber irgendwie hat es sich nicht so angefühlt. Die Straßen waren recht leer und die typischen Hochhäuser haben gefehlt. Beeindruckend ist aber die Architektur der Stadt. Die Straßen sind rund, als Dreieck oder parallel zueinander angelegt. Man merkt, dass die Stadt nicht über die Jahre entstanden ist und sich immer wieder vergrößert hat, sondern dass ein Architekt die komplette Stadt entworfen hat. Auch die Anordnung der wichtigen Gebäude ist sehr aussagekräftig. Zum Beispiel zeigt das Australian War Memorial über die Anzac Parade – die Allee auf dem Bild –direkt auf das neue Parlament House. Man könnte auch fast meinen, dass die Lookouts bewusst angelegt sind.

Außerdem muss ich etwas gestehen.  Ich habe mich verliebt – es war Liebe auf den ersten Blick! Diese drolligen Augen und das süße Lächeln haben es mir einfach angetan. Das Schlimme ist aber, es sind Zwillinge und ich musste sie beide verlassen!

In Batemans Bay gab es einen kleinen Park mit einheimischen Tieren. Hier habe ich endlich mein australisches Lieblingstier von nahem sehen und auch streicheln dürfen. Ich wollte nicht mehr weg von diesem Gehege! Die sind einfach zu süß!

  

Endlich in New South Wales

22März2014

Der heutige Tag hat mich über einen kurzen Stop in Eden nach Marimbula geführt. Ein tolles Städtchen, welches direkt am Meer liegt. Eigentlich ideal zum Sonne tanke, aber da wollte wohl die liebe Sonne nicht mitspielen… Das hat mich aber nicht daran gehindert eine ganze Weile am Strand entlang zu laufen und einige schöne Bilder zu machen.

Genau diese Plätze auf meiner Reise bringen mir das Gefühl „zum Himmel hoch jauchzen – zu Tode betrübt“. Einerseits bin ich überglücklich diesen Ort gefunden zu haben. Aber irgendwie holt mich das traurige Gefühl ein, dass ich schon bald wieder gehen muss und es noch nicht einmal mit jemanden teilen konnte. Jeder Tag den ich meiner Heimreise näher komme, lässt mich jetzt schon Fernweh entwickeln. Ich freue mich natürlich meine Familie und Freunde wieder zu sehen. Aber dieser Kontinent will von mir noch entdeckt werden, nur leider habe ich nicht mehr genügend Tage dafür… Allein die Tatsache, dass Fauna, Flora und die Tierwelt so ganz anders ist, bringt mich dazu dieses Land zu lieben. Wo sonst kann man mitten in einer kleinen Stadt eine ganze Gruppe von frei lebenden Kängurus sehen? Wo sonst kann ich den Dschungel, den Ozean und die Wüste in kürzester Zeit bereisen? Wo sonst nimmt man das Leben nicht ganz so ernst und genießt es einfach?

„One day you will wake up and realise that travel is the only thing you buy, that makes you richer!” 

 

Autofahren in Australien

21März2014

Da ich noch immer vom gestrigen Tag geschafft war, bin ich heute nur zum nächsten Hostel in Maffra gefahren. Ein Grund mehr, euch endlich mal von den Kuriositäten auf Australiens Straßen zu schreiben. Die Aussies fahren nämlich nicht nur auf der falschen Seite, sie haben auch noch so ein paar andere verrückte Verkehrsregeln.

Will man zum Beispiel in einen Kreisverkehr reinfahren (und das passiert hier an fast jeder verdammten Kreuzung!), dann muss man sich beim Blinken wie an einer normalen Kreuzung verhalten. Möchte man also links abbiegen, dann muss man links blinken. Möchte man gerade aus, dann muss man gar nicht blinken. Will man den Kreisverkehr aber nach drei Vierteln verlassen, dann muss man beim Einfahren in den Kreisverkehr rechts und beim Ausfahren wieder links blinken. Total verrückt!!!

Baustellen-Ampeln werden in Australien auch gerne durch Menschen ersetzt. Dann steht da so ein kleines Männchen mit seinem „Slow/Stop-Schild“ und zeigt was zu tun ist. Was für eine ereignisreiche Arbeit… Aber ich habe mir sagen lassen, dass der Job gar nicht so schlecht bezahlt wird.

Auf den Highways darf leider max. 110 km/h gefahren werden, auch wenn die Straßenverhältnisse und Autos mehr hergeben würden. Da die Aussies das Fahren in der Praxis mit ihren Eltern üben dürfen und ein Besuch in der Fahrschule nicht zwingend notwendig ist, haben sie leider nicht so viel für das in ihrem Fall „Linksfahrgebot“ übrig. Ich kann euch sagen, dass es hier an der Ostküste mit mehr Autos auf der Straße, echt anstrengend werden kann. Will man nur die erlaubte Geschwindigkeit einhalten (die Aussies haben anscheinend Angst vor Geschwindigkeit!?), muss man sich den Weg durch die Automassen suchen. Und das bei 4 oder 5 Fahrspuren in den Großstädten… Richtig nervend sind aber die Brummi-Rennen von 3 (!) nebeneinander fahrenden LKW’s.  Auch die haben wohl noch nie was von ihrem Linksfahrgebot gehört…


Eine andere interessante Geschichte sind die verschiedenen Tiere, die hier die Straße kreuzen. Schon einige Kilometer zuvor, wird per Straßenschild vor dem jeweiligen Tier gewarnt. Und wie ich schon selbst mitbekommen konnte, kreuzen hier Wallabies und Kängurus die Straßen um einiges öfters als unser Rotwild daheim. Auf ca. 2500 selbst gefahren Kilometern habe ich bestimmt schon 5-10 davon sehen dürfen. Vögel mögen es hier auch sehr tief zu fliegen oder einfach mal auf der Straße sitzen zu bleiben. Tja, da sind sie natürlich auch schnell Mus!

 

Das lustigste Tierchen was mir aber über den Weg gelaufen ist, war der kleine Echidna (Ameisenigel) von gestern. Das entgegen kommende Auto hatte mich schon durch Lichthupe davor gewarnt. Erst dachte ich: „Wie, nen Blitzer?!“ Von weitem konnte ich aber das kleine Klößchen auf dem Asphalt entdecken. Ganz gemütlich lief es von links nach rechts, um sich dann auf halbgeschaffter Strecke zu entscheiden, doch wieder umkehren zu wollen. Das ganze Spektakel hat mal eben 4 Minuten in Anspruch genommen.

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